Vertrauen als Grundlage echter Führungskompetenz in Krisenzeiten

Viele Unternehmen sagen, dass sie ihre Mitarbeiter wertschätzen, diese ihr wichtigstes Kapital sind und die Bindung menschlicher Ressourcen zu den Kernzielen gehört. Wenn es im Unternehmen gut läuft, kommen einem derartige Aussagen leicht über die Lippen. Wendet sich das Blatt aber plötzlich, geraten viele Unternehmen mit ihren guten Absichten ins Straucheln. Um das Fazit vorwegzunehmen: Die wahren Werte eines Unternehmens lassen sich darüber definieren, wie es seine Mitarbeiter in schwierigen Zeiten behandelt.

Im Zentrum einer unerwartet eintretenden Unternehmenskrise stellt sich eine wichtige Frage. Man muss die unternehmerische Mission und die Interessen der Stakeholder stets im Blick behalten, orientiert sich gleichzeitig aber auch an einem Grundgerüst moralischer Absichten, damit Mitarbeiter in ihrem Beruf einen tieferen Sinn finden. Aber wie wägt man beides gegeneinander ab?

Bei TrustYou hat sich unsere schnelle Entscheidung seit Tagen, Wochen oder sogar Jahren vor der offiziellen Erklärung abgezeichnet.

Bewundernswerte Einstellung und außerordentliche Vision als Impulse von oben

Unsere Grundwerte waren tatsächlich schon vorhanden, bevor es überhaupt ein Top-Management gab, und zwar zum Zeitpunkt der Gründung unseres Unternehmens, als wir entschieden, mit wem wir zusammenarbeiten wollten. Mit welchen Menschen tun wir uns zusammen und schließen Verträge? Teilen diese Personen die Werte, auf denen das Unternehmen gründet? Möglicherweise spielen diese fundamentalen Entscheidungen jahrelang auf den ersten Blick keine entscheidende Rolle – bis der Katastrophenfall eintritt. Die schlechtesten Zeiten offenbaren die Grundlagen eines Unternehmens. Sind unser Mitarbeiter den Aktionären ebenso wichtig wie uns selbst? Wir schätzen uns glücklich, bei TrustYou sagen zu können: Ja, das ist der Fall.

Mit flexiblen Arbeitszeiten und Homeoffice standardmäßig Respekt zeigen

Unsere Strategie zur Performance-Bewertung von Mitarbeitern basiert schon immer darauf, Ergebnisse zu messen – und nicht die Zeit, die Menschen im Büro verbringen. Im Laufe der Jahre haben wir erkannt, dass Vertrauen besonders leicht wächst, wenn man motivierte Menschen anstellt, die ihre Arbeit wirklich gerne tun. Man gibt ihnen einfach eine Aufgabe und überlässt ihnen den Rest. Solange wir hervorragende Ergebnisse erhalten, spielt es für uns keine Rolle, ob unsere Mitarbeiter am Strand arbeiten, mitten in der Nacht oder im Rahmen klassischer Bürozeiten. Deshalb war die Arbeit im Homeoffice für uns bei TrustYou schon unproblematisch, bevor Regierungen offizielle Schließungen verkündeten. 

Durchgängige Präsenz ist wichtiger als permanenter Optimismus

Man muss anderen nichts vormachen. Krisen können für alle Beteiligten traumatisch sein, und das gilt auch für Führungskräfte. Wenn wir unsere verletzliche Seite zeigen, präsentieren wir uns einfach als Menschen und gestatten unseren Teams so möglicherweise, eigene Gefühle wahrzunehmen und wertzuschätzen. Zur Überwindung einschneidender Schwierigkeiten ist eine empathische Haltung anderen gegenüber von entscheidender Bedeutung. Offene, ehrliche Kommunikation ist wichtiger als vorzugeben, dass man alles unter Kontrolle hat. Wer sich täglich mit seinen Teams kurzschließt und ein Gespür für die Stimmungslage entwickelt, kann die allgemeine Moral enorm positiv beeinflussen.

Entscheidungen situationsbedingt treffen, wie eigene Entscheidungen assimilieren und nach vorne blicken

Ob etwas wahr und richtig ist, hängt immer von der gewählten Perspektive ab. Man sollte die Lage, in der sich ein Unternehmen befindet, so positiv wie möglich betrachten und so handeln, als ob man selbst diese Wahl getroffen hätte. Das verändert die Einstellung unmittelbar: Man entwickelt eine entschlossene Vorgehensweise und eine Antriebskraft, die sich von oben nach unten positiv auf die Motivation der Teams auswirken. In einer Art Schockstarre zu verharren ist das Ungünstigste, was man in Krisenzeiten tun kann. Selbst wenn die ganze Welt stillsteht, muss man irgendetwas finden, um ein gewisses Maß an Bewegung aufrechtzuerhalten. Auch in dieser Hinsicht zahlt es sich aus, widerstandsfähige und selbstbewusste Mitarbeiter einzustellen, bei denen das Risiko niedriger ist, den Antrieb zu verlieren. 

Sich mit einfachen Gesten langfristig das Vertrauen derjenigen sichern, die von einem abhängig sind

Kleine, freundliche Gesten und Aktionen müssen nichts kosten. Man kann einfach den Kontakt mit einzelnen Personen suchen und nachfragen, wie es ihnen geht, einen Witz erzählen oder ein Lächeln teilen. Das alles mag belanglos erscheinen, wirkt aber enorm wohltuend, wenn um einen herum alles zusammenbricht. Bei TrustYou waren wir in der Lage, jedem Mitarbeiter ein Care-Paket mit Gesichtsmasken und Handdesinfektionsmittel zu schicken. Das war aber noch längst nicht alles. Unser Unternehmen gehörte definitiv zu denen, die von der Krise in besonderem Maße betroffen waren. Trotzdem ist es uns gelungen, die Mehrzahl der Arbeitsplätze zu erhalten und die finanziellen Auswirkungen für Mitarbeiter abzufedern, indem wir im Führungsteam als erstes unsere Gehälter kürzten.

Nichts eignet sich besser als eine Krise, um grundlegende Führungskompetenzen zur Geltung zu bringen. Dabei geht es letztlich nicht darum, sich als „Big Boss“ zu präsentieren, sondern für das einzustehen, woran man als Unternehmen glaubt – und für die Menschen, die in unseren Unternehmen arbeiten. Vertrauen wirkt sich im Laufe der Zeit positiv auf die Reputation aus, und genau darauf kommt es an.

Benjamin Jost

Benjamin Jost is TrustYou's Co-Founder and CEO. Under Benjamin’s management and due to his extensive experience in the business and travel sectors, TrustYou has grown into a global company with more than 180 employees in offices all across the globe. He is constantly focusing his efforts and vision into catering to both businesses and consumers and believes that feedback stands at the very core of any successful interaction.

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