Ein Interview mit Gianluca Guarino, Revenue Manager bei CampusX (CX). Das Unternehmen wurde 2011 gegründet und will das Angebot für Studentenwohnheime in Italien auf den Kopf stellen. Dabei orientiert es sich an den fortschrittlichsten skandinavischen und angelsächsischen Modellen und passt sie an die ökologisch nachhaltige, vernetzte und smarte Welt von heute an.
B: Gianluca, kannst du uns was über dich, deinen Werdegang und deinen Weg zu CX erzählen?
G: Seit meiner Kindheit habe ich eine große Leidenschaft für Fremdsprachen und Kulturen. Das hat mich sofort in Richtung Tourismusbranche getrieben. Nachdem ich in der High School ein Sprachinstitut besucht hatte, begann ich meine berufliche Laufbahn als Praktikant in einigen Hotels in Rom. Zuerst arbeitete ich an der Rezeption, wo ich lernte, wie wichtig Hotellerie ist und dass man Gäste eher als Gäste denn als Kunden behandeln sollte. Danach habe ich meine Fähigkeiten im Backoffice verbessert, wo ich die Reservierungen der Unterkunft verwaltete. Danach hatte ich die Chance, bei einer Hotelberatungsfirma einzusteigen, wo ich an hybriden Hotellerie-Projekten mitgearbeitet habe, darunter Camplus (heute einer der Haupt-Mitbewerber von CX). Im Jahr 2021 bin ich dank geschäftlicher Neuerungen zu CX gekommen und beschäftige mich hauptsächlich mit Vertrieb, Revenue Management, Prognosen und Preisen ... und ganz viel Excel.
B: Wann wurde Campus X gegründet? Was ist seine Geschichte, Mission und welche Werte vertritt es?
G: Campus X wurde 2011 gegründet und war anfangs als Studentenwohnheimunternehmen an drei Standorten in Rom, Bari und Chieti aktiv. Im Laufe der Jahre hat sich CX weiterentwickelt. Wir haben uns vom Geschäftsmodell der nordeuropäischen Länder inspirieren lassen und es an den italienischen Markt angepasst. Mit der Eröffnung der beiden Einrichtungen in Turin begann das Unternehmen, sich zu dem zu entwickeln, was es heute ist: ein Hybridunternehmen, das sowohl Studenten als auch Touristen Unterkünfte anbietet. Unsere Mission “Connecting Experiences” zielt darauf ab, eine Erfahrung zu schaffen, die über eine einfache Unterkunft hinausgeht, und wirbt für den Austausch, die Verbindung und die kulturelle Interaktion durch unseren Hauptantrieb: die Gemeinschaft. Unsere Werte spiegeln drei Makrothemen wider: Hotellerie, Inklusivität und Nachhaltigkeit.
B: Wie macht CX Nachhaltigkeit zu einem Teil seines Betriebs und der Einrichtungen auf dem Campus?
G: Nachhaltigkeit ist echt wichtig für unsere Geschäftsstrategie. Deshalb setzen wir uns dafür ein, sie in allen Bereichen umzusetzen: Umwelt, Soziales, Wirtschaft und Management.
Die meisten der aktuellen CX-Strukturen waren verlassene oder heruntergekommene Gebäude, die dann saniert und in schöne Orte der Begegnung verwandelt wurden. Alle Campusse sind eigentlich als Orte für interkulturellen Austausch, Geselligkeit und Mitmachen gedacht. Sie haben eigene Grünflächen und Räume, die die künstlerische Kreativität fördern sollen. Die Zusammenarbeit mit der Experience Foundation, die sich für ESG-Initiativen (Environment, Social, Governance) einsetzt, war ein wichtiger Faktor bei diesem Ansatz.
Andere aktuelle Projekte sind die Vergabe von Stipendien an junge afghanische Flüchtlinge und die Einrichtung von Biodiversitätsoasen auf dem Campus. Unser Engagement in diesem Bereich wird im jährlichen Bericht beschrieben, den du auf der Webseite runterladen kannst.
B: Wie nutzt CX technologische Innovationen, um die Erfahrung der Studierenden auf dem Campus zu verbessern?
G: Wir probieren immer wieder neue Lösungen aus. Unsere App ist echt beliebt bei jungen Leuten. Damit können sie ihre täglichen Sachen regeln, wie zum Beispiel ins Fitnessstudio gehen, Echtzeit-Updates auf dem Campus bekommen, Zahlungen machen und vieles mehr. In den letzten Jahren haben wir eine Reihe von Kooperationen mit Technologieunternehmen aufgebaut. Ein erwähnenswertes Beispiel ist Tulu – wir sind ihr erster italienischer Partner. Diese Zusammenarbeit hat es uns ermöglicht, unseren Studenten eine Vielzahl von Mietartikeln über eine “digitale Garderobe” anzubieten und so die Kultur der nachhaltigen Ressourcennutzung zu werben.
B: Wie bezieht CX die Studentengemeinschaft in Entscheidungen und Initiativen mit ein?
G: CX macht die Studentengemeinschaft über verschiedene Kanäle aktiv mit. Erstens haben wir in allen unseren Einrichtungen eine Community von Botschaftern, die einerseits als Ansprechpartner und Unterstützung für die Studenten da sind und andererseits direktes und ehrliches Feedback für CX geben. Außerdem führen wir alle sechs Monate Gästeumfragen nch dem Aufenthalt, veranstalten Fokusgruppen zu bestimmten Projekten und regen Diskussionen auf unseren Social-Media-Kanälen an, um unseren Gästen eine Stimme zu geben.


B: Wie wirbt CX um Vielfalt und Inklusion auf dem Campus?
G: Die Förderung der kulturellen Vielfalt und der sozialen Integration sind zwei wichtige Sachen in unserem Unternehmensansatz. Neben den oben beschriebenen lokalen Initiativen kümmern wir uns auch um internationale Solidaritätsprojekte, wie zum Beispiel Stipendien für junge Leute aus Ländern, die mit politischer und wirtschaftlicher Instabilität zu kämpfen haben oder in denen das Recht auf Bildung nicht garantiert ist.
B: Was sind die zukünftigen Ziele von CX in Sachen Wachstum, Serviceverbesserungen und Innovationen auf dem Campus?
G: Die Ziele von CX sind Wachstum durch neue Eröffnungen und Innovation durch die Einführung von Hostelzimmern und Coworking Spaces. Wir haben jetzt 8 Einrichtungen und planen etwa 10 neue Eröffnungen. Bis 2026 wollen wir 10.000 Betten haben und bis 2027 sollen 17 Einrichtungen in ganz Italien eröffnet werden. Ein weiteres Wachstumsziel ist die Qualität. Wir suchen immer nach Möglichkeiten, unsere Dienstleistungen zu verbessern, indem wir das Feedback der Studenten analysieren und gezielte Initiativen umsetzen. Mit einem Tool wie TrustYou können wir das weitermachen. Online-Feedback sammeln und analysieren, um Stärken und Schwächen zu erkennen und uns ständig zu verbessern.
B: Welche Projekte und Initiativen findest du gerade besonders spannend?
G: Wir sind total begeistert von unseren neuen Einrichtungen und Community-Initiativen, auch wenn wir es vorziehen, dass diese Projekte nach ihrer Eröffnung für sich selbst sprechen. Ein weiteres Projekt, auf das wir stolz sind, zielt darauf ab, Studierende aus verschiedenen Orten miteinander zu verbinden und damit das zu stärken, was wir als unseren wichtigsten Motor für Exzellenz betrachten: die studentische Gemeinschaft.
B: Wenn du CX mit einem Slogan beschreiben müsstest, wie würde der lauten?
G: Unser Slogan “Connecting Experiences” (Erfahrungen verbinden) zeigt genau, was wir wollen: Wir wollen unsere Schüler durch gemeinsame Erfahrungen, Freundschaften und den Austausch miteinander werben.