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Webinar Highlights: “Back to Business” trotz Pandemie, Krieg und Energiekrise

Welche Auswirkungen haben Pandemie, Krieg und die Energiekrise auf die Zukunft des Reisens? Dies war die zentrale Frage in unserer virtuellen Diskussionsrunde vor einigen Wochen, die unser Moderator Georg Thanner mit dem Expertengremium, bestehend aus Jurriën Dikken (Europäisches Tourismus Institut, ETI) und Bernhard Taurer (feratel media technologies AG), erörterte.

Über Corona wird immer seltener gesprochen

TrustYou-Daten zeigen, dass pandemierelevante Begriffe immer seltener von Reisenden in Bewertungen erwähnt werden.

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Die Häufigkeit von ‘Covid’-Begriffen hat sich im Zeitraum von November 2020 bis Juli 2021 nicht gesteigert.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass es kein aktuelles Thema mehr ist, sondern inzwischen nach über zwei Jahren einfach nur zur Tagesordnung geworden ist. Außerdem entscheiden Reisende schon während des Buchungsprozesses, ob die vertrauensbildenden Maßnahmen der Destination für sie ausreichend sind, und haben diesen Punkt folglich bereits vor ihrem Aufenthalt abgehakt.

Jurien Dikken 2

“Die vertrauensbildenden Maßnahmen haben eben dazu geführt, dass sie überhaupt gebucht haben.”

Jurriën Dikken

Keine Erwähnung in Bewertungen ist daher ein gutes Zeichen, denn es bedeutet, dass die Destination die Gästeerwartungen erfüllt hat. Es lohnt sich für Destinationen also schon alleine daher, ein Auge auf die Häufigkeit, mit der diese Begriffe genannt werden, zu halten.

Nichts kann den persönlichen Kontakt ersetzen

Digitalisierung gewinnt zwar immer mehr an Bedeutung, doch nichts kann den persönlichen Kontakt ersetzen, wie man deutlich daran sieht, dass Service von allen Bewertungskategorien nach wie vor den größten Einfluss auf die Gesamtbewertung ausübt.


“Präsenzveranstaltungen werden in Zukunft wieder an Gewicht gewinnen, aber nicht in dem Maße, wie es vor Covid war.”

Jurriën Dikken


Bei dem gegenwärtigen Personalmangel ist es daher umso wichtiger, auf Lösungen wie kontaktlosen Check-In oder digitale Bestellprozesse zurückzugreifen, um Mitarbeiter zu entlasten. Dies tut dem Service keinen Abbruch – im Gegenteil, Gästen sind kontaktloses Zahlen und direktes Abrufen online von Informationen wie Öffnungszeiten oder Auslastung von Attraktionen wichtig – und Mitarbeiter können sich anderen Aspekten des Service widmen. Auch können interne Prozesse wie Arbeitszeiterfassung damit wesentlich effizienter und genauer durchgeführt werden, was natürlich ein großer Vorteil für Mitarbeiter ist und genau wie Employer Branding und verschiedene Vergünstigungen als Mittel gegen Personalmangel genutzt werden kann.

Workations und Nachhaltigkeit bleiben weiterhin Trends

Young Woman Working In Traveling From Office At Nature. Digital Nomad In Workation

In Workations sehen die Experten einen Trend, der mit jüngeren Generationen immer beliebter werden wird. Für immer mehr Arbeitnehmer ist diese Flexibilität inzwischen sogar ein Hauptkriterium bei der Auswahl eines Jobs.

Was Nachhaltigkeit angeht, ist dies ein wesentlich komplexeres Thema. Die TrustYou-Daten zeigen, dass darüber zwar vermehrt gesprochen wird, doch ist es dennoch ein in Gästebewertungen eher selten diskutiertes Thema – ist denn die Nachfrage überhaupt da oder ist das alles nur Greenwashing?

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Es ist eine Aufwärtstendenz sichtbar; dennoch haben weniger als 0,01% der Mentions Nachhaltigkeit zu tun.

Eine Theorie ist, dass es sich hier ähnlich wie mit den Corona-Maßnahmen verhält; Reisende beschäftigen sich schon vorab während des Buchungsprozesses mit der Thematik und schließen sie damit bereits vor ihrem Aufenthalt ab. Doch obwohl bei einer Studie des ETI 50-60% der Teilnehmer angaben, dass ihnen Nachhaltigkeit total wichtig sei, wird die CO2-Kompensation dennoch lediglich bei 2% der Langstreckenflüge und 6% der Kurzstreckenflüge vorgenommen. Letztendlich liegt es am Geld; die Reisenden wählen nur dann die nachhaltigere Alternative, wenn beide Optionen in allen anderen Aspekten vergleichbar sind. Das ist dann aber keine nachhaltige Suche und man kann daher nicht von Nachhaltigkeitsnachfrage in dem Sinne sprechen. Das heißt, Nachhaltigkeit ist zwar ein Trend, aber einer, der von den Destinationen vorangetrieben werden muss, nicht den Reisenden. Aber auch hier lässt sich, genau wie bei den Pandemie-Betriffen sagen, dass keine Erwähnung in Bewertungen wohl ein gutes Zeichen ist, denn die Destinationen erfüllen somit die Erwartungen ihrer Gäste.

Hat diese Zusammenfassung Ihr Interesse geweckt? Schauen Sie sich die Webinar-Aufzeichnung an um die Diskussion im Detail zu verfolgen.